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Trainingsraumprogramm

Konzeptionelle Grundgedanken

 

Als gemeinsames Ziel des Kollegiums wurde in Anlehnung an unser Leitbild festgelegt: Jeder Schüler soll das Recht und die Möglichkeit erhalten, seine persönlichen Fähigkeiten im sozialen Miteinander bestmöglich zu entwickeln. Gegenseitiges respektvolles Verhalten und demokratisches Denken und Handeln bilden die Grundlage für die Durchführung des Programms und den Umgang in der Albert-Schweitzer-Schule. Die Anregungen für die Umsetzung des Programms stammen von Dr. Stefan Balke (www.trainingsraum.de).

 

Regeln
1. Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen.
2. Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht, ungestört zu unterrichten.
3. Alle müssen stets die Rechte der anderen respektieren.

Pädagogische Prinzipien

  • Mit folgenden pädagogischen Prinzipien kommt man der Einhaltung dieser Regeln am Nächsten. Sie werden mit den Schülern erarbeitet:

Gerechtigkeit

  • Der Lehrer hat die Aufgabe die lernbereiten Schüler vor Störungen zu schützen. Es ist ungerecht, den Großteil seiner Anstrengung den Störern zu widmen.

Disziplin

  • Disziplin gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung von Freiheiten, Förderangeboten und Handlungsmöglichkeiten. Ohne Bereitschaft zur Einhaltung von Regeln gibt es keine Gerechtigkeit.

Gruppenfähigkeit

  • Innerhalb der Klasse muss jeder Schüler dazu bereit sein, seine eigenen Interessen vor den Interessen der Gruppe zurückzustellen, wenn dies erforderlich wird. Jedes Gruppenmitglied muss respektvoll und fair behandelt werden.

Verantwortung

  • Verantwortung zu übernehmen hängt damit zusammen, Pflichten einzugehen und Freiheiten aufzugeben; aber auch selbstständige Erfolge zu erzielen. Jeder muss die Verantwortung für seine Entscheidungen übernehmen.

Strafe vs. Pflicht

  • Der störende Schüler hat die Pflicht in den Trainingsraum zu gehen und dadurch die Möglichkeit wieder in den Unterricht und die Gruppe zurückzukehren. Eine Strafe verhindert Eigenverantwortung.

Souveränität der Lehrkräfte

  • Auch die Lehrkräfte setzen sich mit diesen Punkten im Vorfeld auseinander. Dadurch besteht eine sichere Grundlage dafür, konkrete Entscheidungen unter Zeitdruck treffen und bei Bedarf stimmig begründen zu können. Wenn die gedankliche Arbeit nicht in der kritischen Situation geleistet werden muss, entscheiden Lehrer zielsicherer. Das ist wichtig, da Entscheidungssicherheit ein wesentliches Merkmal von Souveränität in der Klasse ist. Zielsichere Entscheidungen führen durch mehr erlebte Gerechtigkeit zu einer höheren Akzeptanz bei den Schülern und erleichtern die Klassenführung.

Grundsätzliche Regelungen rund um den Trainingsraum

  • Das Spiel dauert so lange, wie man den Schiedsrichter (Lehrkraft) am Tag im Unterricht hat.
  • Wer foult (stört), wird verwarnt (gelbe Karte).
  • Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen sind im laufenden Spiel (Unterricht) nicht zulässig.
  • Wer Kritik an der Schiedsrichterentscheidung hat, muss diese im TR vorbereiten. Aber auch ein Besuch nach der gelben Karte ist ein Besuch.
  • Wer also meckert oder noch mal foult, wird vom Platz gestellt (rote Karte).
  • Die Kabine (Trainingsraum) muss dann unverzüglich aufgesucht werden.
  • Nach 5 Besuchen werden die Spielerberater (Eltern) zum protokollierten Beratungsgespräch eingeladen.
  • Führt das Gespräch zu keiner Einsicht, wird im DFB-Gericht (Klassenkonferenz) abhängig von der Schwere der Fouls über ein Stadionverbot (Unterrichtsausschluss) oder über andere Auflagen verhandelt.
  • Wer nicht in der Kabine ankommt oder dort weiterhin foult, muss das Stadion (Schule) sofort verlassen und darf erst wieder mit den Spielerberatern (Eltern) die Schule betreten.

Ergebnisse

  • Schutz der lernbereiten Schülerinnen und Schüler
  • Entspannter, ungestörter und qualitativ guter Unterricht
  • Pädagogisch sinnvolle Hilfe für häufig störende Schüler, ihr Sozialverhalten zu verbessern
  • Verbesserung des allgemeinen Schulklimas
  • Verbesserte Kommunikation unter den Lehrkräften
  • Eltern sind dankbar für die Zusammenarbeit und die konsequenten Maßnahmen
  • Schüler akzeptieren dasTrainingsraum-Programm als Schulkonzept
  • Anzahl der Klassenkonferenzen aufgrund von Fehlverhalten im Unterricht sind zurückgegangen

Organisatorisches

  • Täglich verlässliche Besetzung des Trainingsraums von der 1. bis zur 6. Stunde ausschließlich durch intrinsisch motivierte und zum Teil speziell ausgebildete Lehrkräfte. Einbindung der Schulsozialpädagogin als Vertretungsreserve im Trainingsraum, hauptsächlich aber als zusätzliche Beratungsstelle für problematische Fälle.

Qualitätssicherung und Evaluation

  • Schulinterne Multiplikation durch halbjährliche Erweiterung des aktiven Trainingsraum-Teams.
  • Vierteljährliche Wiederholung der Grundsätze in den Klassen durch die Klassenlehrer/innen
  • Reflexion formal-organisatorischer als auch inhaltlich-konzeptioneller Aspekte im Rahmen der Trainingsraum-Teambesprechungen, sowie der Dienstbesprechungen des Kollegiums.
  • Durchführung von internen Fortbildungen.
  • Wissenschaftliche Begleitung bei der Einführung durch die TU-Braunschweig.